Marianne Nentwich - "Das poetische Tagebuch" der Kaiserin Elisabeth
Lesung
Niemandem muß man heute erklären, wer Kaiserin Elisabeth war. Wer sich heute für sie interessiert, hat mindestens eine der vielen Charakter-Deutungen gelesen, die über sie geschrieben wurden. Ob diese Autoren der ehemaligen Kaiserin wohlwollend oder ablehnend gegenüberstanden, oder ob sie sich auch um Objektivität bemüht haben, diese Deutungen bleiben doch immer Spekulation.
Eines wissen wir allerdings heute sicher: Elisabeth war keine große Dichterin. Sie ist ihrem Idol Heinrich Heine nicht im entferntesten nahegekommen. Trotzdem sind diese laienhaften, oft unbeholfenen Gedichte für uns ein Schatz. Denn die Kaiserin spricht in ihnen über sich selbst und ihr Leben.
Prof. Deleglise hat aus tausenden Versen die herausgesucht, die ihre persönlichsten Gedanken und ihre eigene Sicht auf Ereignisse ihres Lebens wiedergeben. Wenn wir über die dichterischen Mängel hinwegsehen, erfahren wir ganz direkt, viel über die Gefährdungen, den Zauber und die Zwiespältigkeiten einer faszinierenden Frau.

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