Pressestimmen

 

"Der Riss der Zeit geht durch mein Herz":

"Ganz fantastisch vorgetragen und gespielt von Irene Colin wurden Szenen aus dem
Buch von Hertha Pauli zu Gehör gebracht. Die musikalische Untermalung mit einer
Komposition von Richard Graf gab dem Stück eine besonders gefühlvolle Note.
Mit viel Gefühl und Behutsamkeit erzählte uns Irene Colin die spannende Lebens-,
Leidens- und auch eine zarte Liebesgeschichte von Hertha Pauli.
Mit ihrer Flucht aus Wien im Jahre 1938 gelangte sie über Frankreich und nach
vielen Leiden und Hoffen nach Amerika. Alma Mahler und Franz Werfel, Carl
Zuckmayer, Heinrich Mann, Walter Mehring und viele andere Persönlichkeiten traf
sie auf ihrem Weg in Paris, Bordeaux oder in Marseille. Sie alle warteten auf ihre
Pässe, auf Schiffe, die nie ausliefen.
In Clairac begegnete der jungen Frau eine große romantische Liebe, die leider durch
die Wirren der Zeit nicht in Erfüllung gehen konnte.
Über die Pyrenäen und Lissabon gelangte sie 1940 endlich durch die Vermittlung
durch das Emergency Rescue Commitee an ein Visum in die Vereinigten Staaten.
Sie lebte dort als Schriftstellerin und in ihrem letzten Buch verarbeitete sie die Zeit ihrer Flucht. 1973 starb Hertha Pauli in New York.
Das Volkstheater nimmt sich dankens-werter Weise der Zeitgeschichte an, die niemals in Vergessenheit geraten soll.
Es war ein großartiger, beeindruckender Abend einer Geschichte, die man einem
größeren Publikumskreis nahe bringen sollte."

Hannelore Halper
"Die Virtuelle"

 

"Einen wirklich außerordentlichen Abend würde ich allen P.E.N.-Club-Mitgliedern sehr empfehlen. Herta Pauli, Schriftstellerin, Emigrantin, Schwester des Nobelpreisträgers Wolfgang Pauli (Physik), hat ein bedeutendes Zeitdokument geschrieben, das man sich in der szenischen Umsetzung von Irene Colin und Richard Graf nicht entgehen lassen sollte. Ich habe die Premiere im Schauspielhaus besucht und möchte allen diese Lesung im November  im Theater Drachengasse sehr empfehlen. Meine eigene Begeisterung für die so wichtige künstlerische Arbeit würde durch zahlreiches Erscheinen belohnt werden!"

Wolfgang Georg Fischer, Präsident des österreichischen Pen Clubs

 

"Die Luft ist wie Champagner":

Süddeutsche Zeitung:
„Irene Colin spricht die Monologe der Frauen mit dem wienerischen Charme der Jahrhundertwende, kombiniert mit dem Gestus der modernen Frau von heute. Die Frauen aus „Sylvesternacht“ und „Halbzwei“ könnte man gut und gerne ins 21. Jahrhundert integrieren. Die Art der Interpretation von Irene Colin macht bewusst, dass sich das weibliche Wesen an sich in hundert Jahren nicht dramatisch verändert hat, umso mehr jedoch die gesellschaftliche Situation der Frau....Leichter hatten es da natürlich die Männer. Außereheliche Affären waren an der Tagesordnung. Das männliche Wesen an sich – so lesen wir aus Schnitzlers Texten – scheint evolutions-resistent zu sein. Ob Macho oder begehrender Liebhaber, Klaus Haberl liest und spielt diese Texte derart überzeugend, dass es schien, als entstammten sie dem Protokoll einer aktuellen Paarbeziehung....“

Münchner Merkur:
„Noch ist die Luft von Champagner durchdrängt, und in der „Sylvesternacht“ gleicht der verschneite Garten eines Wiener Palais einer weichen, zarten Schneedecke. Hintergrund für Erinnerungen, Geständnisse und unfreiwillige Entblößungen. Der Sohn des Hauses nähert sich zunächst mit konventioneller Artigkeit der glamourösen Dame, die so abwesend in die
Winternacht herausträumt...Colin und Haberl scheinen mit minimalen Mitteln zu agieren und horchen ihre Texte und Sprech-Duette auf Modulierungen, Färbungen und verzweigte Bedeutungsspuren ab. Und während das Publikum sich über Fehltritte und Verfehlungen der Figuren zwischen Schlafzimmer und Salon amüsiert, ahnte es zugleich etwas vom
zerstörerischen Rhythmus der Triebe...Und ein Hauch melancholischen Mitleids liegt auch über diesem kammer-musikalischem Theaterabend, dessen Zärtlichkeit von dem Gitarristen Richard Graf eindrucksvoll unterstrichen wird.“

Badener Zeitung:
„Mit zarter Erotik in Modulation und Körpersprache gestalteten Irene Colin und Klaus Haberl am vergangenen Freitag ihre Schnitzler-Lesung im Theater am Steg. Bei Irene Colin genügte oft schon ein leichtes Heben der Braue, ein kurzer Lidschlag, ein leises Lächeln um inneres Geschehen nicht nur hör- sondern auch sichtbar zu machen. Sie war ebenso glaubhaft als verspielte, kokette junge Frau, wie auch als wehmütige, jederzeit die Situation kontrollierende reifere Dame. Klaus Haberl stand seiner Partnerin um nichts nach....Amüsiert lauschte das zahlreich erschienene Publikum den Erzählungen Arthur Schnitzlers, belustigte sich an den fein gesponnenen Lügen zwischenmenschlicher Beziehungen und an den vielfältigen Möglichkeiten gesellschaftliche Zwänge zu umgehen...In den Zwischenpausen ließ Richard Graf mit seinem Gitarrespiel Erinnerungen an ferne Sommer aufkommen.“

Kultur – Splitter:
„Ein schlichtes Ambiente lässt uns am Abend des 20. Oktober gespannt sein auf das Kommende. Sechs kleine Lichtspots, ein karger Tisch mit zwei Wassergläsern, zwei Stühle, ein dritter etwas entfernt; ein reinweißer Hintergrund, von dem sich Wörter, Sätze, Gesprochenes und Gespieltes gut abheben können – vielleicht besser als von allzu bunter Kulisse. Der stimmungsvolle Raum ist schon lange vor Beginn voll von Besuchern, die sich von der Ankündigung „Amüsantes und Pikantes von Arthur Schnitzler“ gerne verführen ließen. Und der Abend hält mehr als er verspricht....In den nächsten zwei Stunden erleben wir eine gespielte Lesung, oder auch ein gelesenes Spiel, dargeboten von zwei in elegantes Schwarz gekleideten, grandiosen Schauspielern, begleitet von einem virtuosen Gitarristen.
Irene Colin und Klaus Haberl, die an Burgtheater, Volkstheater und an der Josefstadt genauso daheim sind wie in Film und Fernsehen, erwecken Schnitzlers episodenhafte Einakter zu pikant sinnlichem Leben. Köstlich und herzerquickend das Spiel der beiden; ironisch, leichtfüßig und tiefsinnig zugleich die Texte des Fin de siecle-Dichters Arthur Schnitzler...Richard Graf füllt die Pausen zwischen den Stücken mit Selbstkomponiertem. Sein herrlich dissonanter Dreiertakt erinnert an den bitteren Charme Wiens; er ergänzt und verstärkt die Vorstellung der Schauspieler, die an diesem Abend zeigen, dass sich nur derjenige solch karge Kulisse leisten kann, der sie mit großem Können füllt. Bravo den Spielern, und Dank dem Veranstalter!“

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