Bertl Mütter - Pressestimmen
Mütters Müllerin:
"Alle Entschuldigungen waren unnötig! Dieser Schubert Mütter Abend in der Schlosskirche Mirabell, zu danken einem Kompositionsauftrag der Internationalen Paul Hofhaymer Ges. Salzburg, war eines der packendsten und anregendsten Konzerterlebnisse seit langem.
Bertl Mütter, Posaunist von Weltruf, macht auf seinem Instrument (einer Spezialanfertigung von Schagerl) keine dummen Mätzchen. Obwohl es vom trocken hingetupften Bläser-"Pizzicato" über samtige Melodiebögen bis zum beängstigenden Dröhnen nichts gibt, was dieser Virtuose nicht an Klangwirkungen aus seinem Instrument hervorbringen kann. Durch Hineinsingen entstehen mehrstimmige Harmonien, und Obertöne tun ein Ihriges zum Entstehen dieses Klangkosmos.
Mütters Müllerin spielt mit Linien aus der Klavierbegleitung, rhytmischen Elementen und natürlich mit Melodiezitaten. Doch immer wenn man glaubt, das Bächlein rauschen zu hören, eine Melodie dingfest gemacht zu haben, schleicht sich ein fremder Klang ein, legt sich eine kalte Hand auf das Herz. Plötzlich wird ein - im Wortsinn drohender - Unterton in das Instrument hinein gesungen. Zu einer Melodie - etwa auf die Zeile "Guten Morgen schöne Müllerin" - gesellt sich dann eine Art gesungener Bordun, oder umgekehrt: Über einem scheinbar unendlich lang ausgehaltenem Ton des Instruments erklingen gesungene Passagen.
Die "trocknen Blumen" wuchsen aus dem verdurstenden Boden der leeren Akkorde der Klavierbegleitung: die Einsamkeit dieses Wanderers bricht sich nicht einmal mehr in einer Melodie Bahn. Stärker auf menschliche Einsamkeit verweisen ist kaum mehr möglich.
Im Programmheft wird der Zyklus quasi literarisch eingebettet in eine Geschichte vom vergeblichen Kampf des Müllers mit dem Jäger Gracchus um die Liebe der schönen Müllerin. Das ist originell, anspielungs-, beziehungsreich und gebildet, für die überwältigende Wirkung der Musik aber weder verantwortlich noch nötig."
Schubert Winterreise Mütter:
... Immer wieder steckt er die Finger in sämtliche Öffnungen seines Instruments ...
... Einige diskutieren sogar schon flüsternd im Konzertsaal, andere wiederum blättern im Programm und haaren (sic!) der Dinge, die da noch kommen werden. Und sie kommen: erschreckend, aktiv, laut. ...
... Ganz ohne Zweifel ist Bertl Mütter ein virtuoser Musiker. Das hat er als Mitglied des Hyperion - Ensembles bravourös bewiesen. Und nur so einem gelingt es auch, seine Instrumente so gekonnt zu malträtieren. Und das Publikum zu irritieren. ....
