Grillparzer im Pornoladen

Das Stück „Grillparzer im Pornoladen“ handelt also von der Ersetzbarkeit des Menschen. Nicht nur von seiner Ausschlachtung wie im Organhandel, sondern von seinem Nachbau, von seiner technischen Klonung, von seiner industriellen Reproduzierbarkeit, von seiner digitalen Kaschierung, vor allem für sexuelle Zwecke. Die Menschen in meinem Stück, die beiden Hauptfiguren wehren sich dagegen. Obwohl sie im Zentrum der Pornoindustrie sind, in einem Pornoladen, der eine als Verkäufer, die Frau als Konsument, spüren sie ihre Gefangenschaft und der Zuschauer spürt und erlebt ihren sehnlichen Versuch, dieser Gefangenschaft zu entrinnen, über den unmittelbaren Anlass der Begegnung hinauszugelangen, einander zu begegnen.

Das Werk ist eine poetische, theatralische, philosophische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Surrogates. Es beschäftigte mich nachhaltig, als ich dieses Stück schrieb und es beschäftigt mich bis heute, wie viele menschliche Handlungen, Haltungen und schließlich Teile des Menschen durch Maschinelles ersetzbar sind und warum dies so ist.

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