Des Ano - Pressestimmen
"S’ is’ schena, in Wean nix zu wean": Nächste Generation des Wienerlieds
Des Ano präsentieren ihr "Film Noir" im Rabenhof Theater - Düster, ein wenig melancholisch und raunzend, ab und an auch richtig boshaft
Unter Rap versteht Max Gruber "rhythmisch ausgeführte Poesie" – dazu mischt er elektronische Musik und Wiener Schrammeln: Bei Des Ano steht die Literatur im Vordergrund. Der "Sinn der Worte" wird von den, übrigens großartigen, Musikern (Peter Havlicek und Walther Soyka) unter der Leitung von Claus Riedl "aufgeladen und verdichtet", so die Auflagen des Poeten Gruber. Am Donnerstag präsentierte die sporadisch zusammentretende Gruppe im Rabenhof ihr zweites Programm: Film Noir. Oder besser gesagt: "schwoazza füm".
Düster, ein wenig melancholisch und raunzend, ab und an auch richtig boshaft ist der Charakter, mit dem Des Ano eine Wiener Urseele weitertragen und H._C. Artmann, Helmut Qualtinger oder Ernst Jandl huldigen. Mit dem Wienerlied hat das nichts zu tun, ein wenig vielleicht die Koketterie mit dem Knochenmann, denn: "Am Ende ist immer der Tod." Inzwischen beschäftigt man sich mit dem unerschöpflichen Nörglerwortschatz, immer dem Motto folgend "Was glaubst’n, wer du bist?"
Mehr zu pädagogischer Intervention in einer unverfälschten Bundeshauptstadt erzählt Gruber in wunderbar hybridem Nasaldialekt zwischen den Stücken. Das Phänomen eines elterlich aufmunternden "renn, du Wappler" am Fußballplatz gäbe schließlich Stoff für eine gleichnamige Fernsehserie in hundert Folgen. Eine Hauptrolle hätte darin der "kleine Mann", der gegen Mitte des Abends einen Programmhöhepunkt markiert und mit der Nummer Wiener Blutbefund sein Leiden beschreibt.
Unverzichtbar ist dem Ensemble Traude Holzer, die mit voluminös-klaren Mezzountermalungen überhaupt erst die Basis für den dämmrig-regnerischen Weltschmerzschmäh schafft und Trost spendet: "S’ is’ schena, in Wean nix zu wean." Der Tod am Ende kommt mit einem wunderbarem Trauermarsch. Das weiße Licht danach, meint Gruber, kommt wohl von Super-8-Videoscreenings. Nach ein paar Jahren DVD werden Jenseitserfahrungen dann mit blauem Flackern beschrieben werden – und einem grünen Zeichen: "No Signal."
Isabella Hager/ DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.11.2006
"Die schwarze Wiener Schule der Trauer, der Melancholie, der Musikalität, der lauernden und manchmal zeternden Gemeinheit scheint ihren neuen Hauspoeten gefunden zu haben."
Klaus Harpprecht, Die Zeit (den ganzen Artikel können Sie auch hier lesen)
"Eine Melange aus Lyrik und Schmäh, Rap und Walzer. Einfach wunderschön."
Christine Grän, Süddeutsche Zeitung
"Dort, wo die anderen aufhören, dort fängt DES ANO erst an. Im Gegensatz zu vielen Formationen, die im Wiener Dialekt schreiben, kokettiert die Gruppe
nicht mit dem Abgründigen, sie lotet es aus. Schonungslos. Bis zum Bodensatz. Schwarz ist nicht der Rahmen wie bei einem Partezettel, - schwarz ist das Zentrum - wie bei einer Schießscheibe. Warum? "DES ANO"-Lieder treffen mitten ins Schwarze.
Pathos und Sentimentalität scheut die fünfköpfige Band wie der Teufel das Weihwasser, Zucker und Schlagobers gibt es nicht als Draufgabe, nicht ums Verrecken. Lieber legt sie ein Schäuferl nach und macht uns die Hölle nur heißer."
Mirjam Jessa, ORF Heimspiel ((hier können Sie den ganzen Artikel lesen)
"Die Bilder brennen sich ein, die Geschichten krallen sich fest. Ein"Des Ano"-Konzert besucht man auf eigene Gefahr" schrieb Mirjam Jessa über diese brillante Band, die mit "Paradies" eine ebensolche CD vorgelegt hat. Rap, Poesie, wienerisch, tiefschwarz, dabei klug, immer auf dem Punkt, trifft auf einen unheimlich vielfältigen Klang-Kosmos aus Wienerlied, Breakbeats, tanzbaren Grooves und balkanisch-orientalischer Melancholie."
Andreas Russ, Kurier
"Wenn etwas Crossover ist, dann das. Hier verbindet sich in ganz und gar nicht beliebiger Weise Wienerlied mit einer Prise Schönberg und beispielweise Hip Hop... anspruchsvoll und kulinarisch zugleich."
Werner Schuster, Augustin
"Man hält es kaum für möglich, es gibt das Wienerlied oder wie man diese Kultur nennen mag im 3. Jahrtausend in voller Blüte und neuartig. Mit Des Ano gibt es endlich eine Wiener Formation, die die Zeichen der Zeit versteht und Tradition mit Moderne verbindet, wie noch keine zu vor. Da wird die klassische Instrumentierung genial mit Programmings gemischt. Der daraus entstehende Cocktail ist delikat und sehr gediegen. Auf das hat die Wiener Kultur gewartet, absolut eigenständig und noch dazu für eine größere Hörerschicht absolut geeignet. So ist's gut!"
Bernd Schweinberger, www.pop-info.at
"...ein Crossover aus Schrammeln, Raunzen und Rappen, unterfüttert mit der Sogkraft von Klängen, die irgendwo aus dem Balkan, wenn nicht aus Fernost stammen könnten. Eine leidenschaftliche Lyrik-Performance, eine Hommage an Wien, ganz im Zeichen von H.C. Artmann und Ernst Jandl, nur viel sinnlicher. Ein Tritt gegen das Notenpult, und die Lyrik lernt fliegen."
Katrin Mackowski, DER STANDARD
"Genau eine Formation wie "Des Ano" hat der Wiener Kultur noch gefehlt. Was H.C. Artmann gemeint und Roland Neuwirth sich nie getraut hat, bringt Max Gruber als Frontmann mit vier Vollblutmusikern zusammen: Rhythmisch ausgeführte Poesie, tiefschwarz, todessehnsüchtig, dabei augenzwinkernd und mit elektronisch getunetem Herzton."
Dagmar Haier, maxima
"Die Entdeckung des Jahres: DES ANO sind die neuen Lokalstars....."
Martin Niederauer, U-EXPRESS
"DES ANO, Wiener Formation unter Leitung von Max Gruber, hat endlich enthüllt: Nicht Kool Herc aus New York, sondern Abraham a Santa Clara aus Wien muss als Erfinder des Rap anerkannt, als Eminem seiner Zeit gesehen werden! Darüber hinaus entdeckt die Gruppe die identitätsstiftende Kraft des Raunzens.Elektronisch aufgeladen, mit Wonnen der Weinerlichkeit lackiert, veltlinertrunken."
Samir Köck, DIE PRESSE
"... eine exzellente Besetzung zeigt eindrucksvoll, wie schnell das Wienerische vom Picksüßen in schwere Psychedelik kippen kann, in den rap, also rhythmisch ausgeführte Poesie ..."
